Geschichtliches

Allgemeines

Der erste deutsche Kleingartenverein entstand angeblich 1821 in Kappein an der Schlei.
Zu dieser Zeit (1806 - 1861) lebte auch der Leipziger Arzt Daniel Gottlieb Moritz Schreber, der Begründer der "Schrebergärten". Er erkannte die Betätigung im Garten und an der frischen Luft als hervorragende Therapie zur Wiederherstellung und zur Erhaltung der Gesundheit. Landgraf Carl von Hessen erließ für die Gestaltung der "Carls-Gärten" genaue Vorschriften. Diese Vorschriften werden als die erste Gartenordnung gewertet.
Das Pflänzchen "Kleingarten/Schrebergarten" entwickelte sich anfangs zaghaft aber stetig, was sich aber zu Beginn des 20.Jahrhunderts schnell ändern sollte.
Zu Beginn des I.Weltkrieges 1914 hatten Deutschlands Gegner den Plan gefasst, durch wirksame Störung oder gar Unterbrechung der Lebensmittelversorgung die deutsche Bevölkerung auszuhungern und so zur baldigen Kapitulation zu zwingen.
Im Herbst 1914 gab die Reichsregierung Weisung an die Länder und Kommunen. Die Selbstversorgung der ärmeren Bevölkerungsschicht durch die Errichtung von Kleingartenanlagen zum Gemüseanbau und Haltung von kleinem Nutzvieh (Hühner, Hasen) mit allen Mitteln zu fördern.

Verein

Am 8.3.1916 wurde in Landsberg am Lech die erste Kleingartenanlage mit 19 Kleingärten zu 150qm und 8 Mark/Jahr Pacht in der Katharinen-Vorstadt in Betrieb genommen. Diese 19 Pächter waren eine Vereinigung von Gleichgesinnten, ohne aber ein Verein zu sein. Sie erkoren einen aus ihren Reihen zum provisorischen Vorsitzenden.

Am Sonntag, den 9.3.1919 erfolgte im Restaurant Schafbrau die Gründung "Verein zur Förderung der Kleingartenbetriebe". 47 Mitglieder traten spontan dem Verein bei.

Mitte 1919 gab es bereits drei Kleingartenanlagen mit insgesamt 120 Kleingärten, im März 1920 waren es schon 199 Kleingärten.



Die Anlagen waren:

Katharinen-Vorstadt jetzt: Friesenegger -Straße,

Sandauer Vorstadt jetzt: Altöttinger Weiher,

Bayervorstadt jetzt: Pössinger Straße.



1921 erfolgte die Umbenennung in "GARTENBAUVEREIN LANDSBERG" mit der Schaffung einer eigenen Satzung, Eintrag in das Vereinsregister und der Übernahme der Verpachtung und Verwaltung der Kleingärten von der Stadt Landsberg in vereinseigene Regie.

Die rasch voranschreitende Geldentwertung hatte z.B. zur Folge, dass im Oktober 1923 der Pachtpreis für einen 150qm - Garten mit Wasser stattliche "5 Millionen Mark/Jahr" betrug.

1933 wurde auch unser Verein vom "System Hitler" vereinnahmt und hieß "Stadtgruppe Landsberg am Lech der Kleingärtner eV im Reichsbund der Kleingärtner und Kleinsiedler Deutschlands e.V.".

Der I.Vorsitzende hieß jetzt STADTGRUPPENFÜHRER und wurde vom FÜHRER DER LANDESGRUPPE in sein Amt berufen.

Der Stadtgruppenführer berief dann den Kassier, Schriftführer, die Revisoren.usw. in ihr Amt. Es wurde also nicht mehr gewählt.

Damit hatte man Einfluss auf die Besetzung der Ämter und Posten mit "Linientreuen Personen". Mit der Kapitulation Deutschlands 1945 stand erst mal alles auf "NULL",

alle Vereine waren aufgelöst.

Am 14.4.1946 erfolgte mit Erlaubnis der amerikanischen Militärregierung die Wiedergründung des Vereins.

130 Personen hatten sich versammelt und gründeten die "STADTGRUPPE DER KLEINGÄRTNER E.V. LANDSBERG AM LECH". 1961 gab es in drei Anlagen 360 Kleingärten zu 100 - 150qm.

Anfang der 70er Jahre wurden die Gartenbewerber weniger, immer wieder wurden 2 oder gar 3 kleine Gärten zu einem größeren zusammengelegt. Den Leuten ging es immer besser, ein Wandel vom reinen Nutzgarten zum Erholungsgarten setzte ein.

Mitte der 80er Jahre wurde die Errichtung einer vierten Kleingartenanlage an der Iglinger Straße (jetzt Parkplatz Rational) diskutiert und ein Plan erstellt. Dieses Vorhaben wurde aber nicht verwirklicht.

1998 erfuhr der Verein von der geplanten Auflösung von 25 Kleingärten am West-/Nordufer des Altöttinger Weiher zur Schaffung eines Freizeit-I Erholungsgeländes durch die Stadt Landsberg. Die Stadt Landsberg stellte ein Teilgelände der ehemaligen Gärtnerei Ettner als Ersatzgelände zur Verfügung, wo Ende 2004/Anfang 2005 29 neue Kleingärten geschaffen wurden.

Wenn ein Pächter eines aufzulösenden Garten aufgibt, wird dieser Garten nicht mehr verpachtet; es wird also keiner gekündigt.

Derzeit hat der Verein 400 Mitglieder und 350 verpachtete Kleingärten.